Magdalena Schnurr wiederholt Ihren Vorjahreserfolg in Pöhla
Von Katja Lippmann-Wagner - Freie Presse Aue-Schwarzenberg
Dem SV Fortuna Pöhla ist es gelungen, auch das achte von ihm ausgerichtete internationale Damenskispringen zu einem echten Höhepunkt werden zu lassen. Das Rezept scheint simpel: Denn eine solche Veranstaltung steht und fällt mit dem Wetter und den Zuschauern. Petrus war den Organisatoren am Mittwochabend hold, und Besucher hatte es zum Sprunglauf der Vierschanzentournee der Frauen ebenfalls reichlich an die Pöhlbachschanze gezogen. 2750 Schlachtenbummler feuerten die 57 Starterinnen aus 15 Nationen an.
"Die Euphorie ist mit der Größe des Starterfeldes und der Entwicklung der Veranstaltung gewachsen", freute sich Anja Epperlein, die Vorsitzende des SV Fortuna. Sie erinnert sich noch genau an den Anfang, als nur zehn Frauen über die Pöhlbachschanze gingen: "Auch da kamen Fans und feuerten die Damen an."
In diesem Jahr gab es eine Premiere: Erstmals konnte eine Vorjahressiegerin ihren Erfolg wiederholen. Die 17-jährige Magdalena Schnurr vom SV Baiersbronn stand in Pöhla erneut auf dem obersten Treppchen. Eine Besonderheit stellt die Pöhlbachschanze für sie deswegen nicht dar. "Wenn ich gut drauf bin und im Frühjahr gut trainiere, komme ich mit jeder Schanze klar", sagte Schnurr. Die Anlage in Pöhla sei aus ihrer Sicht extrem klein. "Deshalb freue ich mich jetzt auf Oberwiesenthal, dort geht es endlich ans Fliegen. Da kommt es nicht nur auf den Absprung, sondern auch auf eine gute Flugtechnik an."
Die Führende in der Vierschanzentournee-Wertung, Ulrike Gräßler vom VSC Klingenthal, belegte am Mittwochabend nach Rang 3 im ersten Durchgang letztlich Platz 4 und konnte sich vor Interview-Anfragen kaum retten. "Das ist ungewohnt", so Gräßler. Die Vogtländerin spürte sehr wohl, dass das erzgebirgische Publikum ganz besonders hinter ihr stand. Von "Heimvorteil" wollte sie aber nicht sprechen. "Viele Freunde und meine Familie sind an der Schanze, die Erwartungen entsprechend hoch." Doch sie habe von
Anfang an betont, dass man realistisch bleiben müsse. "Dann fällt man auch nicht so tief. Im Sport gibt es eben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen." Begeistert zeigte sich Ulrike Gräßler vom Publikum: "Es ist gut besucht, die Stimmung super." Auf ähnliche Unterstützung hofft die Vogtländerin auch bei den Springen heute ab 17 Uhr und morgen ab 13 Uhr in Oberwiesenthal. "Ich freue mich auf die größere Schanze, obwohl sie schwieriger ist."
Letzteres sieht Elisa Gronau vom WSV Bad Freienwalde nicht ganz so: "In Pöhla ist der Anlauf schwierig, sehr steil und der Tisch relativ lang. Da muss ich aufpassen, dass ich nicht zu früh abspringe", so die 19-Jährige. Bereits 2008 war sie zum Training im Erzgebirge. Sommerspringen bevorzuge sie, weil sie aus dem Flachland komme. "Die Schanzenanlage in Pöhla ist in einem guten Zustand, doch sie müsste ein bisschen größer sein."
Der ehemalige Weltklasse-Springer Jens Weißflog bricht indes eine Lanze für die kleineren Bakken. "Die Frauen sind noch nicht soweit, dass sie nur von großen Schanzen springen müssen. Sehr viele junge Athletinnen würden dann sogar auf einen Start verzichten." Deshalb hofft Weißflog, dass der Wettkampf in seinem Heimatort auch künftig bei den Damen eine Chance hat und spricht damit Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer aus dem Herzen: "Die Angst, den Wettkampf zu verlieren, schwingt immer mit. Doch Organisation und Stimmung werden immer wieder von den Trainern, Funktionären und natürlich von den Sportlerinnen hoch gelobt." Das wollen die Stadt und der SV Fortuna auch fürs kommende Jahr in die Waagschale werfen.